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Der Pflichtteil


Der Pflichtteil ist gesetzlich festgelegt / Lupo - Pixelio.de

Konflikte gibt es in jeder Familie. Doch manchmal sind sie so weitreichend, dass der Erblasser einen Familienangehörigen vom Erbe ausschließt. Dies kann er ohne Begründung tun. Wer namentlich im Testament oder Erbvertrag oder durch den Einsatz eines anderen Erben von der Erbfolge ausgeschlossen wurde, hat je nach Verwandtschaftsgrad Anspruch auf den Pflichtteil, also der Mindestbeteiligung am Erbe.

Durch das gesetzliche Pflichtteilsrecht hat der Gesetzgeber dem Erblasser Grenzen in seiner Testierfreiheit gesetzt. So darf ein gesetzlicher Erbe nur dann komplett enterbt werden, wenn er sich zum Beispiel krimineller Handlungen gegenüber dem Erblasser oder seiner Familie gegenüber schuldig gemacht hat – nur eine missliebige Art der Lebensführung reicht nicht aus. Pflichtteilsberechtigte erben zwar nicht direkt, erwerben aber einen Anspruch auf Geldzahlung gegenüber den Erben.

Anspruch auf den Pflichtteil haben die nächsten Angehörigen.

  • Abkömmlinge haben einen Anspruch auf den Pflichtteil, falls sie ein Kind, Enkel oder Urenkel des Erblassers sind. Auch adoptierte oder außerehelich gezeugte Kinder haben einen Anspruch auf diesen Pflichtteil.
  • Der Ehegatte des Erblassers ist ebenfalls pflichtteilsberechtigt. Das gilt auch für Partner in eingetragenen Lebenspartnerschaften.
  • Gibt es keine Abkömmlinge und handelt es sich bei dem Verstorbenen um Sohn oder Tochter, dann haben die Eltern oder ein Elternteil ebenfalls einen Anspruch auf den Pflichtteil.

Höhe

Wichtig für die Berechnung der Höhe des Pflichtteils ist zunächst der Wert des gesetzlichen Erbteils, denn der Pflichtteilsanspruch entspricht in seiner Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Beispiel: Eine Witwe mit zwei Kindern stirbt. Den Geschwistern steht im Rahmen des gesetzlichen Erbes jeweils die Hälfte des Nachlasses zu. Ist jedoch ein Kind von der Mutter enterbt worden, erhält es lediglich die Hälfte des ursprünglichen gesetzlichen Erbteils, nämlich ein Viertel des Nachlasses.

Keinen Anspruch besteht auf bestimmte Sachwerte, dem Enterbten steht nur eine Zahlung in Geldform zu. Die muss zeitnah erfolgen, in Ausnahmefällen ist eine Stundung zulässig. Als Enterbter ist es ratsam, einen Anwalt hinzuzuziehen, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die Familie zerstritten und wehrt sich gegen den Anspruch.

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