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Die Testierfähigkeit


Die Testierfähigkeit wird oft angezweifelt / Bernd Kasper - Pixelio.de

Trotz Testament kann es zu erbrechtlichen Auseinandersetzungen kommen, wenn die Erben die Fähigkeit des Erblassers, ein Testament rechtswirksam abzufassen, anzweifeln.

Das BGB legt im § 2229 die Testierfähigkeit fest. Grundsätzlich ist jeder Mensch mit Vollendung seines 16. Lebensjahres beschränkt testierfähig, die volle Testierfähigkeit erlangt er mit dem 18. Lebensjahr. So kann ein Minderjähriger schon ab dem 16. Lebensjahr ein Testament erstellen, jedoch nur ein öffentliches Testament durch einen Notar, damit dessen Beratungsleistung vor unüberlegten Schritten schützt. Erst ab dem 18. Lebensjahr kann man auch ein gültiges privates Testament verfassen.

Doch es gibt Ausnahmen: An der Testierfähigkeit könnte man beispielsweise dann zweifeln, wenn die betroffene Person wegen einer Bewusstseinsstörung oder Geistesschwäche nicht in der Lage wäre, die Bedeutung des Inhalts des Testaments und die Tragweite der Entscheidungen zu erkennen oder der Beeinflussung durch Dritte zu stark ausgesetzt ist. Hat ein Notar bei der Beurkundung Zweifel an der Testierfähigkeit, kann er die Beurkundung ablehnen. Der Notar tritt als Zeuge und nicht als Sachverständiger auf. Im Downloadbereich befinden sich Vorlagen für ein Testament.

Die Testierfähigkeit spielt vor allem dann eine zentrale Rolle, wenn der Erblasser kurzfristig das Testament ändern und damit für bestimmte Personen die Erbaussichten schmälern oder vollkommen beschneiden will. Wenn der Erblasser vor einer geistigen Verwirrung - also im Zustand der Testierfähigkeit - ein Testament erstellt hat, ist dieses unabhängig von der Erkrankung gültig. Das bedeutet: Wenn ein Testament beispielsweise erstellt wurde, bevor der Betreffende an Demenz erkrankte, ist es gültig.

Erst wenn das Fehlen der Testierfähigkeit sich auf das Testament auswirkt, kann es angezweifelt werden. Potenzielle Erben, die auf diese Weise übergangen werden, versuchen bisweilen schon zu Lebzeiten des Erblassers, das Erbe zu ihren Gunsten zu sichern und eine entsprechende Beweislage für die Testierunfähigkeit des Erblassers zu schaffen.

Überprüfung der Testierfähigkeit

Erblasser gelten so lange als testierfähig, bis ihre Testierfähigkeit angezweifelt wird, denn das Gesetz geht im Normalfall von der Testierfähigkeit eines Menschen aus. Die Beweislast trägt derjenige, der die Testierfähigkeit zum Zeitpunkt der Testamentserstellung anzweifelt. Manchmal greifen Hinterbliebene zu diesem Mittel, wenn sie von der Erbfolge ausgeschlossen wurden.

Um Erblasser zu Lebzeiten vor juristischen Auseinandersetzungen mit den Erben und vor der vorzeitigen Offenlegung des letzten Willens zu schützen, hat ein übergangener Erbe erst nach dem Ableben des Erblassers die Möglichkeit, die angezweifelte Testierfähigkeit rechtlich prüfen zu lassen. Ob eine Testierunfähigkeit vorliegt, wird bei Erteilung des Erbscheins vom Nachlassgericht überprüft. Grundlage ist die Befragung von Zeugen, die sich zu den behaupteten auffälligen Verhaltensweisen des Erblassers äußern, sowie ein psychiatrisches Gutachten. Auch die Krankenakte des Hausarzts kann  Hinweise geben, denn er kann sich nicht auf seine Schweigepflicht berufen.

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