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Ein Testament verfassen

Es gibt gute Gründe, ein Testament zu verfassen / Rainer Sturm - pixelio.de

Es gibt viele gute Gründe, ein Testament zu verfassen. Wer beispielsweise Menschen, die nicht zu den gesetzlichen Erben zählen, in die Erbengemeinschaft einbeziehen möchte, sollte diesen Willen schriftlich festhalten. Ein weiteres Beispiel: Wer möchte, dass zuerst der Ehepartner und erst danach die gemeinsamen Kinder erben, sollten ebenfalls ein Testament verfassen. Auch wer verhindern möchte, dass das Erbe prozentual aufgeteilt wird, sondern möchte, dass jeder Erbe ganz bestimmte Dinge bekommt, sollten dies festhalten.

Formaljuristisch ist das Testament eine "letztwillige Verfügung". Der Verfasser verfügt, wie sein Vermögen weitergegeben werden soll. Wenn kein Testament existiert, wird die Erbfolge automatisch gesetzlich geregelt. Wer das nicht will, muss ein persönliches Testament verfassen.

Inhalt

Im seinem Testament kann der Verfasser so viele Erben einsetzen, wie er möchte. Über das Vermögen, welches über die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtteile hinaus geht, können er völlig frei verfügen. Im Testament kann man auch berechtigte Erben von der Erbfolge - bis auf den Pflichtteil - ausschließen. Befürchten Firmeninhaber nach ihrem Tod Streit um den Nachlass, können sie auch eine Teilungsanordnung einsetzen, die festlegt, wer aus der Erbengemeinschaft die Firma bekommen soll. So können Unternehmer verhindern, dass ihr Firmenvermögen zerschlagen wird.
Wer ein eigenhändiges Testament verfasst hat, sollte dies nicht zu Hause aufbewahren, sondern bei einem Amtsgericht oder Notar hinterlegen. So wird das Testament garantiert durchgesetzt. Als Beweis für die Abgabe bekommt der Verfasser einen Hinterlegungsschein, den unbedingt sorgfältig aufbewahrt werden sollte. Wer ein Testament zu Hause aufbewahrt, sollten einer Person seines Vertrauens den Aufbewahrungsort mitteilen.

Formalitäten

Ein Testament kann handschriftlich erstellt oder als öffentliches Testament notariell hinterlegt werden. Dabei erweist sich Letzteres meist als die sicherere Variante. Das handschriftlich erstellte Testament muss von der Person, die das Testament verfasst, komplett handschriftlich geschrieben und unterschrieben werden - mit Vor- und Zunamen, um eine Verwechslung auszuschließen. Sicherer und schwerer anfechtbarer als das handschriftliche Testament ist das notarielle Testament. Grundsätzlich muss der Verfasser beim Aufsetzen des Testaments testierfähig sein. Andernfalls ist der letzte Wille ungültig. Im Downloadbereich gibt es kostenlose Muster für verschiedene Testamente.

Das notariell hinterlegte Testament

Entweder wird der letzte Willen gegenüber einem Notar erklärt, der ihn daraufhin schriftlich verfasst, oder man schreibt den letzten Willen selbst nieder und übergibt dieses Schreiben dann einem Notar. In beiden Fällen werden Gebühren erhoben, die sich nach der Höhe des zu vererbenden Vermögens richten. Allerdings bekommt der Erblasser auch eine umfangreiche notarielle Beratung. Tritt der Erbfall ein, wird das notarielle Testament dann unverzüglich dem zuständigen Nachlassgericht überstellt. Liegen das notarielle Testament und die Eröffnungsniederschrift - das Protokoll der Nachlasseröffnung - vor, bedarf es meist keiner Beantragung eines oft teuren Erbscheins mehr.

Testament widerrufen

Der Erblasser kann sein Testament jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein öffentliches oder handschriftliches Testament handelt. Man kann ein Testament widerrufen, indem man ein neues aufsetzt und den ursprünglichen letzten Willen ausdrücklich widerruft, oder aber man vernichtet das frühere Testament.

Das ursprüngliche Testament kann aber auch abgeändert und unter Angabe von Ort und Datum neu unterzeichnet werden. Geht ein Testament ohne den Willen oder das Zutun des Erblassers verloren, sind die darin enthaltenen Verfügungen dennoch rechtswirksam.
Da das Testament den letzten Willen kundtut, sollten man diesen so konkret und eindeutig wie möglich verfassen, damit er keinerlei Auslegungsspielraum erlaubt.

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