Branchenbuch
Ihre Ansprechpartner im Trauerfall

In unserem Branchenbuch finden Sie die Dienstleister Ihrer Region.
Anzeigenannahme

Wir helfen gerne weiter 0631 3701-6700

SERVICEZEITEN
Montag bis Freitag:
8.00 Uhr - 17.00 Uhr

Samstag und Sonntag:
9.00 Uhr - 14.00 Uhr

weitere Kontaktmöglichkeiten

Der islamische Friedhof

Ein alter islamischer Friedhof / Onnola - CC BY-SA - Flickr.com

Das deutsche Bestattungsrecht und die islamischen Bestattungsriten schließen einander oft gegenseitig aus. Daher lassen sich noch immer viele Muslime nach ihrem Tod in ihre Heimatländer überführen. Doch seit einigen Jahren werden auch in Deutschland islamische Friedhöfe oder Grabfelder errichtet, um Muslimen die Möglichkeit zu geben - zumindest weitgehend - nach den Regeln ihrer Religion bestattet zu werden.

In vielen großen deutschen Städten gibt es mittlerweile Friedhöfe mit islamischen Grabfeldern, also eigenen Bereichen, in denen nur Muslime beigesetzt werden. Diese Regelung ist für gläubige Muslime allerdings unbefriedigend: Zum einen dürfen Muslime eigentlich nicht an Orten beerdigt werden, an denen auch Andersgläubige bestattet werden. Zum anderen sind Friedhöfe, auf denen Statuen oder schmiedeeiserne Ornamente stehen, tabu. So entstehen in immer mehr deutschen Städten islamische Friedhöfe, um auch den Mitgliedern der islamischen Gemeinden die letzte Ruhestätte zu geben, die sie sich wünschen.

Islamische Bestattungen finden nach einem jahrhundertealten Ritus statt. Dazu gehört, dass alle Gräber nach Mekka ausgerichtet sind. Die auf deutschen Friedhöfen eigentlich üblichen Statuen und Ornamente fehlen auf islamischen Friedhöfen. Oft gibt es auf christlichen oder städtischen Friedhöfen Schwierigkeiten mit der Gestaltung islamischer Gräber. Die Friedhofsordnungen sehen meist strenge Regeln für die Bepflanzung der Gräber vor. Sie müssen gepflegt werden und dürfen nicht einfach sich selbst überlassen werden. Genau das ist aber auf islamischen Friedhöfen üblich. Islamische Gräber werden lediglich mit einem einfachen Grabstein versehen und dann weitgehend der Natur überlassen.

Es gibt aber noch weitere Gründe für Muslime, sich nach dem Tod in islamisch geprägte Länder überführen zu lassen. So gilt in Deutschland die Sargpflicht, von der man nur durch eine Einäscherung befreit werden kann. Traditionell werden Muslime aber nur in Tücher gewickelt beigesetzt. Die Feuerbestattung ist streng verboten. Außerdem sollen Muslime noch an ihrem Todestag beigesetzt werden. In Deutschland müssen allerdings mindestens 48 Stunden zwischen dem Eintritt des Todes und der Beisetzung vergehen, das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Trotz dieser Diskrepanzen werden islamischen Friedhöfe in Deutschland gut angenommen. Auf den meisten von ihnen herrscht sogar akuter Platzmangel. Es gibt also großen Bedarf nach weiteren islamischen Friedhöfen.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Weltliche Bestattungen

Wenn Verstorbene der Kirche ablehnend gegenüber standen, ist eine weltliche Bestattung eine gute Alternative zu den kirchlichen Bestattungszeremonien.

mehr ›
Der jüdische Friedhof

Jüdische Friedhöfe unterscheiden sich in vielen kleinen Details von christlichen Friedhöfen.

mehr ›
Die Grabrede

Die Grabrede kann von einem Geistlichen, aber auch von einem Angehörigen gehalten werden.

mehr ›